Tresiba: Fünf Packungen oder nichts

Eine neue Regelung der Firma Novo Nordisk sorgt in den Apotheken für Ärger: Bei Tresiba-Bestellungen über die Pharma Mall gilt ein monatliches Kontingent von fünf Packungen je PZN. Allerdings ist es auch nicht möglich, weniger zu bestellen. So soll die Direktbestellung von Kleinstmengen unterbunden werden, die Apotheker:innen tätigen, obwohl laut Novo-Nordisk Tresiba aktuell in ausreichender Menge an den pharmazeutischen Großhandel ausgeliefert wird.

Insuline gehören aktuell auch immer wieder zu den Sorgenkindern. Die Insuman-Reihe von Sanofi-Aventis beispielsweise ist derzeit nicht zu haben. Insuman Basal soll erst ab Juli, Insuman Comb 25 ab August und Insuman Rapid ab November 2023 wieder verfügbar sein. Verursacht haben den Lieferengpass offenbar Probleme bei der Abfüllung, Montage und Verpackung. Eher hausgemacht scheinen hingegen die Probleme bei Tresiba von Novo Nordisk. 

Das ultralangwirksame Insulin (Insulin degludec) kann seit neuestem über die Pharma Mall nur ab einer Menge von fünf Packungen aufwärts bestellt werden. Für manche Apotheken ist das ein Jahresbedarf. Weniger wäre über den Großhandel möglich, aber da ist das Insulin Kolleg:innen zufolge oft nicht zu haben – sonst würden sie ja niemals direkt bestellen, heißt es gegenüber der DAZ. 

Mehr zum Thema

Defekte – Top 10

Die zehn nervigsten Lieferengpässe des Jahres 2022

DAZ.online-Spezial Direktvertrieb

Immer Ärger mit der Pharma Mall

Lieferengpass Insulin

Bis mindestens Juli 2023 kein Insuman lieferbar

Auf Nachfrage der DAZ bestätigt Novo Nordisk, dass derzeit monatlich maximal fünf Packungen je PZN pro Apotheke über Pharma Mall bestellt werden können. Die Monatsmenge müsse aus logistischen Gründen in einem Auftrag bestellt werden. Hintergrund ist laut einer Unternehmenssprecherin, dass in den letzten Monaten viele Apotheken dazu übergegangen sind, Tresiba statt über den Großhandel direkt und auch in Kleinstmengen über den Pharma-Mall-Webshop zu bestellen. Diese Masse an Kleinstbestellungen könne man leider über das Lager nicht abwickeln, ohne dabei eine schnelle Belieferung des pharmazeutischen Großhandels zu gefährden. Daher habe man sich für das genannte Vorgehen als vorübergehende Lösung entschieden.

Großhandel soll ausreichend mit Tresiba beliefert sein

Die Direktbestellung sei nämlich nur für Fälle gedacht, in denen Tresiba anderweitig nicht erhältlich ist. Tresiba werde aktuell in ausreichender Menge an den pharmazeutischen Großhandel ausgeliefert. Die Situation bei Tresiba werde in Deutschland jedoch dadurch erschwert, dass das Produkt von einzelnen Marktteilnehmern nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Märkten vertrieben werde und das führe zu Nichtverfügbarkeit.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen