Psychotherapeutin gibt Tipps: So erhalten Sie Ihre geistige Gesundheit in Isolation

Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verlangsamen und damit das Gesundheitssystem zu entlasten, sind wir derzeit alle angehalten, uns so viel wie möglich zu Hause aufzuhalten, soziale Kontakte zu meiden und auch von zu Hause zu arbeiten. Kinos, Restaurants, Schwimmbäder, Fitnessstudios, Spielplätze und andere Orte, die wir für gewöhnlich aufsuchen würden, um uns beispielsweise nach einem langen Arbeitstag ein bisschen zu entspannen, sind geschlossen, das öffentliche Leben steht still.

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Das kann besonders für Menschen, die zu Depressionen oder Angst tendieren, zu einer scheinbar unüberwindbaren Aufgabe mutieren, denn wie wir wissen, ist der Mensch im Grunde ein soziales Wesen und braucht die Herde, um in Balance zu bleiben. Was also tun, wenn der so wichtige soziale Aspekt unseres Lebens mit einem Mal wegfällt? „Soziale Isolation und Quarantäne kann eine erhebliche Belastung sein, möglicherweise sogar gefährlich“, sagt Barbara Lubisch, niedergelassene Psychotherapeutin in Aachen und Vorstandsmitglied der Deutsche PsychotherapeutenVereinigung e.V. dem stern.

Isolation ist nicht nur für Alleinstehende eine Belastung

„Man denkt dabei vielleicht vor allem an Vereinsamung, aber es gibt noch ein weiteres massives Problem: Wenn Menschen in eigentlich relativ kleinen Wohnungen Zeit miteinander verbringen müssen, die das in dieser Intensität überhaupt nicht gewohnt sind, dann kann das leicht zu Streitigkeiten bis hin zu Gewalttätigkeiten führen. Daran muss man genau so denken wie an die Alleinstehenden, die niemanden haben, die sich sonst verabreden und treffen und jetzt über längere Zeit wirklich alleine in ihren vier Wänden sind. Das kann natürlich starke Ängste und Depressionen auslösen“, sagt Lubisch. Laut Aktivisten in China stiegen die Fälle von häuslicher Gewalt im Land während der Quarantäne bereits dramatisch an.

Während es schwer sein kann, alleine zu Hause isoliert zu sein, sei diese Zeit auch für Familien eine große Belastung, sagt Lubisch: „Auch Kinder sollen drinnen bleiben, dürfen nicht mehr auf den Spielplatz und wer schon mal Tage mit zwei oder drei lebhaften Kindern verbracht hat, der weiß, wie das an den Nerven zehren kann. Natürlich sind die, die von ihrer Art her eher psychisch stabil und belastbar sind, besser dran als die, die es sowieso schon schwer haben, die vielleicht sogar psychisch erkrankt sind.“ Doch viel Zeit auf meist engem Raum zu verbringen, fehlende Sozialkontakte, keine Kneipen- oder Restaurantbesucht und geschlossene Sportstätten, würden vielen Menschen ihr Ventil rauben.

Hier gibt es Hilfe in der Isolation

Wer das Gefühl hat, mit der Isolation nicht zurechtzukommen und mit Depressionen und Angst zu kämpfen hat, hat auch die Möglichkeit, sich beispielsweise bei der Telefonseelsorge zu melden. Psychotherapeuten würden sich außerdem derzeit darum bemühen, telefonische Beratung und psychotherapeutische Sprechstunden anbieten zu dürfen, so Lubisch: „Momentan erlauben die Krankenkassen das noch nicht.“

Und wer eine Person im Bekanntenkreis habe, von der er oder sie wisse, dass diese Person alleine sei und besonders mit der Isolation zu kämpfen habe, könne auch im privaten Rahmen helfen: „Es ist wichtig, den Kontakt zu halten. Per Anruf, per Brief, per Angebot, ihr etwas mitzubringen bzw. vor die Tür zu legen – kleine Aufmerksamkeiten, die durch Zuwendung und Bestätigung zeigen, dass die Person nicht alleine ist. Auf keinen Fall sollte man die Person isoliert sein lassen.“

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