Migränekopfschmerzen ohne Medikamente lindern – Heilpraxis

Migräne-Anfälle ohne Arzneien in den Griff bekommen

Migräne-Betroffene werden häufig von einem lähmenden Schmerz heimgesucht, der sie nicht selten dazu zwingt, sich in ein dunkles Zimmer zurückzuziehen und abzuwarten, bis die Schmerzen nachlassen. Eine Fachärztin stellt nichtmedikamentöse Möglichkeiten vor, mit denen die Häufigkeit und die Intensität dieser Anfälle vermindert werden kann.

Dr. med. Melissa Young ist Spezialistin für integrative Medizin an der renommierten Cleveland Clinic in den USA. In einem aktuellen Beitrag der Klinik erklärt die Migräne-Expertin, was Menschen mit chronischer Migräne tun können, um die Frequenz und die Heftigkeit von Migräne-Anfällen zu senken – und zwar ohne Arzneien dafür einnehmen zu müssen.

Auf die Auslöser achten

Um den Schmerzen zu entgehen, greifen Migräne-Betroffene oft zu Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder zu verschreibungspflichtigen Medikamenten. Laut Dr. Young muss das aber nicht immer sein, denn es gibt auch natürliche und medikamentfreie Wege, Migränekopfschmerzen zu bekämpfen. „Wir müssen die Ernährung, die Nährstoffversorgung, den Schlaf, die Flüssigkeitszufuhr und den Stress beachten, die alle gemeinsame Auslöser für Migräne sind“, erklärt die Ärztin. Folgende Tipps können dazu beitragen, die Auswirkungen von Migräne abzufedern.

1. Häufig essen

Laut Dr. Young hilft der Verzehr von mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag hinweg dabei, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Ein stabiler Blutzuckerspiegel führe wiederum zu weniger Migräne-Anfällen. Bei der Art der Ernährung könne man sich an dem Konzept der Mittelmeer-Diät orientieren, die einen hohen Anteil von Obst, Gemüse, Bohnen, magerem Eiweiß und gesunden Fetten (z.B. aus Wildlachs, Nüssen, Samen und Olivenöl) hat.

2. Auslöser in der Ernährung beachten

Bestimmte Inhaltsstoffe, die über die Ernährung aufgenommen werden, sind häufige Auslöser von Migräne-Anfällen. Bei vielen Betroffenen sind beispielsweise Koffein oder frittierte Lebensmittel ein möglicher Auslöser. Dr. Young empfiehlt, immer nachzuvollziehen, was an dem Tag gegessen wurden, an dem ein Anfall auftritt: „Achten Sie auf Reaktionen auf gereiften Käse, Schokolade, Alkohol und fermentierte oder eingelegte Lebensmittel.“ Erfahrungsgemäß sind häufig folgende Inhaltsstoffe beteiligt:

  • Glutamat (Geschmacksverstärker),
  • Nitrate (z.B. in Fleisch- und Wurstwaren),
  • Sulfite (z.B. in Salaten, Wein, Trockenfrüchten),
  • künstliche Süßstoffe.

3. Nährstoffmangel vermeiden

„Es scheint einen Zusammenhang zwischen der mitochondrialen Energieproduktion in Ihren Zellen und Migräne zu geben“, betont Dr. Young. Bei Migräne sei es besonders wichtig, die richtigen Mengen an Coenzym Q10, Vitamin B2 und Magnesium zu sich zu nehmen. Wer häufig unter Migräne-Anfällen leidet, sollte von einer Ärztin beziehungsweise einem Arzt überprüfen lassen, ob ein Nährstoffmangel vorliegt.

4. Kräutertherapien

„Kräutertherapien, beispielsweise mit Pestwurz und Fieberkraut, können ebenfalls helfen, Migräne vorzubeugen“, empfiehlt Dr. Young. Pestwurz könne auch bei saisonalen Allergiesymptomen helfen. Fieberkraut erweitere die Blutgefäße und könne so zur Verhinderung von Migräne-Anfällen beitragen.

5. Stress bewältigen

Stress im Alltag ist ebenfalls ein häufiger Auslöser von Spannungskopfschmerzen. Änderungen im Lebensstil und gezielte Stressbewältigung könne die Anzahl und die Schwere von Migräne-Anfällen verringern. „Ich unterrichte meine Patienten in Meditation, einschließlich Achtsamkeit und Mantra-Meditation“, so Dr. Young. Auch die Zwerchfellatmung und die sogenannte 4-7-8-Atemtechnik seien wirksame Mittel, um Stress zu verringern.

Darüber hinaus zeigen bei manchen Migräne-Betroffenen auch Maßnahmen aus Chiropraktik und Akupunktur sowie Massagen eine lindernde Wirkung, so die Expertin. Weitere Tipps finden Sie in dem Artikel: Natürliche Hausmittel bei Kopfschmerzen. (vb)

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