Lindert Vitamin D chronische Schmerzen?

Vitamin D werden zahlreiche positive Eigenschaften zugeschrieben. Manche Wirkungen sind gut belegt, etwa die Wirkung auf den Calcium- und Phosphathaushalt oder die modulierende Wirkung auf das Immunsystem. Andere Zusammenhänge wie der Vitamin-D-Einfluss auf Tumor- oder Autoimmunerkrankungen werden diskutiert. Ob Vitamin D auch einen positiven Effekt auf chronische Schmerzen hat, damit beschäftigt sich ein Cochrane Review.

„Niedrige Konzentrationen von 25-Hydroxyvitamin D wurden mit einer höheren Inzidenz chronischer Schmerzen in Verbindung gebracht. Darüber hinaus kann die Assoziation verschiedener Schmerzarten (wie Kopf-, Bauch-, Knie- und Rückenschmerzen) mit der Jahreszeit und dem Breitengrad darauf hindeuten, dass 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel dabei eine wichtige Rolle spielen. Daher scheint es möglich, dass ein Vitamin-D-Mangel an der Entstehung chronischer Schmerzen beteiligt sein könnte“, erklären die Cochrane-Autoren in dem 2010 erschienen und nun überarbeiteten Review „Vitamin D zur Behandlung von chronischen Schmerzerkrankungen bei Erwachsenen“. Doch was ist dran?

Mehr zum Thema

Beratungswissen rund um Vitamin-D-aktive Verbindungen

Vitamin D für alle?

Nahrungsergänzung

Stiftung Warentest entzaubert Vitamin-D-Hype

Dafür wurde seitens der Cochrane-Collaboration intensive Literaturrecherche bei Central, Embase und Medline betrieben. Von knapp 800 gefundenen Arbeiten flossen schließlich sechs neue Studien mit 517 Teilnehmern in die aktualisierte Übersichtsarbeit ein, womit sich die Gesamtzahl der eingeschlossenen Studien auf zehn (811 Teilnehmer) erhöhte. In vier Studien litten die Patienten an rheumatoider Arthritis, in zwei an Kniearthrose und je eine Studie untersuchte Patienten mit Polymyalgia rheumatica, „unspezifischen“ Schmerzen des Bewegungsapparats, „diffusen“ Schmerzen des Bewegungsapparats und Fibromyalgie. Das Durchschnittsalter lag zwischen 42 und 68 Jahren, bei den meisten Studien überwog der Frauenanteil (41 bis 100 Prozent).

Rheumatoide Arthritis – Vitamin D hilft und hilft nicht

Insgesamt konnte bei rheumatoider Arthritis kein konsistenter Effekt von Vitamin D auf die Schmerzen gefunden werden. Brohult et. al fanden bereits im Jahr 1973 heraus, dass durch Vitamin-D-Substitution (100.000 I.E. über zwölf Monate) der Gebrauch an Analgetika und Antiphlogistika im Vergleich zur Placebogruppe signifikant abnahm. Hingegen schnitten Patienten bei Hansen et al 2014 unter Calcium und Vitamin D (zwölf Monate: 50.000 I.E. dreimal wöchentlich, danach zweimal monatlich) im Schmerzvergleich schlechter ab als Patienten, die lediglich Calcium erhielten. Salesi et. Al (2012) verabreichten den Teilnehmern Vitamin D 50.000 I.E. wöchentlich plus Methotrexat oder Methotrexat allein über eine Dauer von zwölf Wochen. Das Ergebnis: Es gab keinen Unterschied in den Schmerzbeurteilungen (Scores) zwischen beiden Gruppen. Unter 1 μg bis 2 μg Alfacalcidol (1-Hydroxycholecalciferol) vs.Placebo fanden Yamauchi et al. In einer 1989 veröffentlichten Studie, dass Patienten mit rheumatoider Arthritis eine „sehr starke“ oder „starke“ Besserung des Allgemeinbefindens nach 16 Wochen beschrieben.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen