Jeder Deutsche bald genesen, geimpft oder gestorben? Streeck hält Spahn-Aussage für falsch

Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Montag erklärte, steuern wir Deutschen gerade auf ein neues 3G zu: geimpft, genesen oder gestorben. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck stimmt mit dieser Aussage allerdings nicht überein.

„Wahrscheinlich wird am Ende dieses Winters so ziemlich jeder in Deutschland geimpft, genesen oder gestorben sein.“ Mit dieser Aussage sorgte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag für Aufsehen.

Er bezog sich dabei auf die hoch ansteckende Delta-Variante und den noch immer hohen Anteil an Ungeimpften in Deutschland.

Virologe Streeck: „Stimme dem Satz nicht zu“

Anderer Ansicht ist allerdings Virologe Hendrik Streeck. Im Interview mit der „Deutschen Welle“ erklärte er am Montagabend: „Obwohl ich zustimme, dass die Lage ernst ist, stimme ich dem Satz nicht zu, dass jeder nach diesem Herbst oder Winter ‚entweder geimpft, genesen oder tot‘ ist“

Denn das würde bedeuten, dass jeder in diesem Winter mit dem Virus in Berührung komme. So funktioniere das aber nicht. Stattdessen bewege sich Sars-Cov-2 „von sozialer Gruppe zu sozialer Gruppe, und deshalb verläuft es in natürlichen Wellen“. Somit komme also nicht jeder automatisch in Kontakt mit dem Virus.

Zur Person

Hendrik Streeck ist Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Die Corona-Pandemie begleitet er als Experte und Forscher. Unter anderem hat er für eine Studie die Ausbreitung des Virus im Kreis Heinsberg untersucht, einem der ersten deutschen Corona-Hotspots. Eines seiner Spezialgebiete ist die HIV-Forschung. In seiner Laufbahn war Streeck, der bei Göttingen aufwuchs, unter anderem an der Harvard Medical School in Boston tätig.


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