Fragen und Antworten zum neuen Rahmenvertrag (Teil 2)

Am 1.Juli tritt der neue Rahmenvertrag in Kraft. Erbringt tatsächlich eine ganze Reihe von Neuregelungen im Apothekenalltag. Wirhaben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt. Im ersten Teilging es um den Generika- und den Importmarkt sowie die Abgaberangfolge. Der zweite Teil dreht sich darum, wann man von dieser Abgaberangfolge abweichen kann und was sich bei den Sonderkennzeichen geändert hat.

Welche Neuerungen bringt der Rahmenvertrag mit sich? Seit einem guten halben Jahr liegt die neue Fassung vor, und er wurde im Vergleich zur Vorgängerversion umstrukturiert und ergänzt. Es wurde zum Beispiel eine Abgabe-Rangfolge definiert (darum ging es im ersten Teil). Von der darf man aber in manchen Fällen auch abweichen. Wann das geht und welche Faktoren jeweils zum Einsatz kommen, darum geht es im Folgenden. 

Was ist neu?

  • Ein Paragraph mit Definitionen § 2
  • Eine Abgabe-Rangfolge wurde festgelegt §§ 10 bis 14
  • Unterscheidung zwischen importrelevantem und generikarelevantem Markt (hat Auswirkungen auf die Abgabe-Rangfolge) § 9
  • Unterscheidung zwischen Regel- und Akutversorgung § 17
  • Auswahl unter den vier preisgünstigsten Mitteln, das namentlich verordnete ist nicht mehr automatisch dabei § 12
  • Bei der Festlegung, was preisgünstig ist, werden Herstellerabschläge berücksichtigt § 12
  • Der Rahmenvertrag macht Vorgaben für „besondere Abgabekonstellationen“ § 18
  • Die Sonder-PZN 02567024 gilt für alle Abgabefälle, es wurden aber zusätzliche Faktoren eingeführt
  • Neue Berechnung der preisgünstigen Importe § 2 und der Importquote § 13
  • Vorgabe, wie Nicht-Verfügbarkeit nachzuweisen ist § 2 
  • Nicht eindeutige Verordnungen können nach Rücksprache mit dem Arzt nachgebessert werden (in der Regelversorgung) § 7

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Wann darf man von der Abgabe-Rangfolge abweichen?

Die Abgabe-Rangfolge legt fest, dass die Auswahl des Fertigarzneimittelsnach § 11, § 12 beziehungsweise § 11, § 13 zu erfolgen hat. In § 14 sind dann die Fälle geregelt, in denen man davon abweichen darf. 

Abweichung von der Abgabe-Rangfolge ist erlaubt bei

Nicht-Verfügbarkeit

  • kein rabattiertes (nach § 11) oder kein preisgünstigesArzneimittel (nach § 12) beziehungsweise kein preisgünstiger Import (§ 13) verfügbar
  • zum Zeitpunkt der Vorlage des Rezepts

Wichtig: Nicht verfügbar heißt, innerhalb angemessener Zeit nachweislich nichtbeschaffbar. (Mehr zum Nachweis und zur Definition der Nicht-Verfügbarkeit im dritten Teil). 

Akutversorgung, Notdienst

  • kein rabattiertes (nach § 11) oder kein preisgünstigesArzneimittel (nach § 12) beziehungsweise kein preisgünstiger Import (§ 13) in der Apothekevorrätig
  • dringender Fall, der die unverzügliche Abgabe erforderlichmacht

Pharmazeutische Bedenken

Wichtig: Nicht-Verfügbarkeit, Akutversorgung oder Notdienstund pharmazeutische Bedenken hebeln nicht die ganze Abgabe-Rangfolge aus. Siewird solange durchlaufen, bis ein passendes Arzneimittel gefunden ist.

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