Die Corona-News des Tages

Corona-Variante Lambda / Weniger Biontech-Impfstoff im Juli / 6,6 Millionen digitale Impfnachweise – System zeitweise überlastet / Impfzentren bis Ende des Jahres behalten? / Lauterbach erwartet Probleme durch Delta-Variante im Herbst / Sorge vor Ausbreitung der Delta-Variante in Frankreich / EU will Einschränkungen für Reisende aus mehreren Ländern lockern 

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. 

Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

Intensivmediziner: Corona-Pandemie geht in „chronische Phase“ über / Sieben-Tage-Inzidenz bei 13,2 – Nun mehr als 90.000 COVID-19-Tote / „Zurück ins Leben wie wir es kennen“: 70 Prozent in New York geimpft 

10:45

Corona-Variante Lambda: WHO beobachtet Ausbreitung in Lateinamerika

Genf (dpa) – Eine bisher vor allem in Lateinamerika auftretende Corona-Variante steht nun unter besonderer Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aufgrund ihrer Mutationen könnte die Virus-Version mit dem Namen Lambda möglicherweise ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden, berichtete die Genfer UN-Behörde in der Nacht auf Mittwoch. Belastbare Studien und gesicherte Erkenntnisse dazu lägen jedoch noch nicht vor.

Die Variante wurde erstmals im August 2020 in Peru identifiziert. In dem Land wurden seit April 81 Prozent aller analysierten Corona-Fälle Lambda zugeordnet. In Argentinien und Chile waren es in den vergangenen Monaten rund ein Drittel.

Corona-Varianten werden von der WHO in zwei Kategorien einteilt: Varianten unter Beobachtung («variants of interest»), die zu gehäuften Fällen führen oder in mehreren Ländern auftreten. Dazu gehört Lambda. Eine Stufe höher stehen die besorgniserregenden Varianten («variants of concern»). Sie sind nachweislich ansteckender, schwerer bekämpfbar oder führen zu schwereren Erkrankungen. Darunter fällt etwa die Delta-Variante, wegen der die geplante Corona-Öffnung in Großbritannien verschoben wird.

10:39

EU will Einschränkungen für Reisende aus mehreren Ländern lockern

Brüssel (dpa) – Reisende aus den Vereinigten Staaten sollen künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen können. Das bestätigte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Mittwoch nach Beratungen der ständigen Vertreter der EU-Staaten in Brüssel. Zudem sollen die Einreisebestimmungen für Menschen aus Albanien, dem Libanon, Mazedonien, Serbien, Macau, Hongkong und Taiwan gelockert werden. Hintergrund ist eine bessere Corona-Lage.

Der noch ausstehende formelle Beschluss soll voraussichtlich Ende der Woche angenommen werden. Mit der Entscheidung wird die Liste jener Staaten, aus denen die Einreise einfacher möglich ist rund doppelt so lang. Bislang standen dort Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea, Israel, Japan und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen. Die Liste wird regelmäßig überarbeitet.

Auf die Einreisebeschränkungen hatten sich alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island bereits zu Beginn der Corona-Pandemie verständigt. Demnach sind alle nicht zwingend notwendigen Reisen in die EU verboten. Rechtlich bindend ist der Einreisestopp allerdings nicht. Zudem gelten Ausnahmen etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

Die Entscheidung aus Brüssel dürfte zunächst nicht von den Vereinigten Staaten erwidert werden. Die USA lockerten vergangene Woche zwar ihre Corona-Reisewarnung für amerikanische Staatsbürger für Ziele wie Deutschland und einige andere EU-Länder, aber die Neubewertung änderte nichts an dem wegen der Pandemie verhängten Einreisestopp für Ausländer aus dem europäischen Schengen-Raum und mehreren anderen Regionen.

Eine Einreise ist in der Regel weiterhin nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich. Der Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan sagte vergangene Woche, mit der EU sei eine Expertengruppe eingesetzt worden, um Kriterien für eine Öffnung zu erarbeiten. Er machte auch Hoffnungen auf eine Ankündigung bei der Europa-Reise von US-Präsident Joe Biden zunichte, die an diesem Mittwoch endet. Die US-Regierung lasse sich von der Wissenschaft leiten, hieß es.

10:27

Weniger Biontech-Impfstoff im Juli

Berlin (dpa) – Der Impfstoffhersteller Biontech wird seine Impfstofflieferungen für Deutschland im Juli deutlich reduzieren. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Kreisen der Gesundheitsministerkonferenz bestätigt, die per Videokonferenz tagte. Eine Reduzierung der Biontech-Lieferungen war für das dritte Quartal bereits vor längerer Zeit angekündigt worden, allerdings nur ein leichter Rückgang.

Das Bundesministerium prognostiziert nun für die erste volle Juliwoche (KW 27) 3,2 Millionen Biontech-Dosen – nach 5,7 Millionen für die letzte Juniwoche. Einem Bericht des Magazins «Business Insider» zufolge soll die Impfstoffmenge in der zweiten Juliwoche auf drei Millionen Dosen reduziert werden. Im Internet nennt das Bundesministerium für die zweite bis vierte Juliwoche diese Zahl auch offiziell, allerdings in Klammern gesetzt.

9:41

Berichte: Impfpflicht für Beschäftigte in englischen Pflegeheimen

London (dpa) – Für Beschäftigte in englischen Pflegeheimen soll es Berichten zufolge bald eine Corona-Impfpflicht geben. Das Personal solle einen Zeitraum von 16 Wochen bekommen, um sich impfen zu lassen oder ansonsten die eigene Anstellung verlieren, wie unter anderem der «Guardian» und die «Times» unter Berufung auf Regierungsquellen am Mittwoch berichteten. Möglicherweise könnte die Impfpflicht später auch auf medizinisches Personal im englischen Gesundheitsdienst ausgeweitet werden. Gesundheit ist in Großbritannien Ländersache.

Dem «Times»-Bericht zufolge sollen rund zehn Prozent der medizinischen Beschäftigten und sogar 16 Prozent des Personals in Pflegeheimen noch nicht gegen Corona geimpft sein, obwohl die Gruppen gleich zu Beginn der mittlerweile weit fortgeschrittenen Impfkampagne immunisiert wurden.

Die Labour-Partei und Gewerkschaften lehnen die Pläne ab – sowohl aus ethischen und rechtlichen Gründen als auch aus der Sorge, dass eine Impfpflicht den Personalmangel in den systemrelevanten Berufsgruppen verschärfen könnte.

9:12

Sieben-Tage-Inzidenz bei 13,2 – Nun mehr als 90.000 COVID-19-Tote

Berlin (dpa) – In Deutschland sind nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen mehr als 90.000 Covid-19-Tote erfasst. Die Zahl wurde am Mittwoch mit 90.074 angegeben. Als Covid-19-Todesfall zählt das RKI nachweislich infizierte Menschen, die direkt an Corona gestorben sind und solche mit Vorerkrankungen, bei denen sich die Todesursache nicht abschließend klären lässt. Am Ende des vergangenen und Anfang dieses Jahres waren an einigen Tagen jeweils mehr als 1.000 Tote gemeldet worden.

Derzeit flaut das Infektionsgeschehen weiter ab. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Mittwoch mit bundesweit 13,2 an (Vortag: 15,5; Vorwoche: 20,8). Niedriger hatte der Wert zuletzt am 25. September (13,0) gelegen. Am 16. Juni vergangenen Jahres lag die Inzidenz bei 2,6 – um den Wert von drei hielt sie sich danach einige Wochen lang.

Aktuell meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI binnen eines Tages 1.455 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Mittwoch hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.11 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.254 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 137 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 107 Tote gewesen.

Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3.717.625 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.590.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,72 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

8:40

Lauterbach erwartet Probleme durch Delta-Variante im Herbst

Berlin (dpa) – Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder für mehr Ansteckungen in Deutschland sorgen wird. «Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden», sagte Lauterbach am Dienstagabend in der Fernsehsendung «rbb Spezial». Bisher tritt die aus Indien stammenden Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. «Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt.»

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. «Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit.»

8:28

Minister Holetschek will Impfzentren bis Ende des Jahres behalten

Berlin/München (dpa) – Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), will Impfzentren bis zum Ende des Jahres behalten. «Das System hat sich so bewährt», sagte der bayerische Ressortchef am Mittwoch im ZDF-«Morgenmagazin». Man solle «nicht zu schnell irgendwelche Entschlüsse fassen, die wir dann wieder bereuen». Bisher ist eine Schließung Ende September angepeilt.

Möglicherweise könne die Arbeitsweise der Impfzentren angepasst werden, sagte Holetschek. Er nannte als Beispiel mobile Teams. Aus seiner Sicht sollte der Bund die Impfzentren weiter mitfinanzieren. «Wir sollten schauen, dass wir möglichst schnell möglichst viele Menschen impfen», sagte er. «Das interessiert mich im Moment mehr als die Frage des Geldes.»

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten an diesem Mittwoch über die Zukunft der regionalen Impfzentren und die Corona-Folgen bei Kindern und Jugendlichen. Die Zukunft der Impfzentren ist offen, mehrere Länder wollen die Einrichtungen länger als bisher geplant weiterführen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Geplant sind auch Schritte gegen Langzeitfolgen von COVID-Erkrankungen. Auf Vorschlag von Niedersachsen und der Bundesregierung sollen sich die Minister auch mit der Frage beschäftigen, ob wegen der um sich greifenden, noch ansteckenderen und wohl auch gefährlicheren Delta-Variante im Sommer wieder strengere Reisebeschränkungen gelten sollen.

4:00

„Zurück ins Leben wie wir es kennen“: 70 Prozent in New York geimpft

New York (dpa) – Nachdem mehr als 70 Prozent der Erwachsenen im US-Bundesstaat New York mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus bekommen haben, hat Gouverneur Andrew Cuomo alle noch verbliebenen Einschränkungen aufgehoben. «Heute ist ein bedeutsamer Tag», sagte Cuomo am Dienstag bei einer Pressekonferenz. «Wir können jetzt in das Leben zurückkehren, was wir kennen.» Zuvor hatte es unter anderem noch Beschränkungen für Großveranstaltungen und ähnliches gegeben, die meisten Einschränkungen des Alltags waren allerdings schon in den vergangenen Wochen aufgehoben worden.

Mit 70 Prozent Erstimpfungen bei Erwachsenen hat der Bundesstaat auch das von US-Präsident Joe Biden landesweit bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli vorgegebene Ziel erreicht. Zur Feier solle es in der Nacht zum Mittwoch an zahlreichen Orten im Bundesstaat Feuerwerk geben, außerdem sollten berühmte Gebäude in Gold und Blau leuchten, sagte Cuomo. Nicht alle Bundesstaaten sind schon so weit, landesweit haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC rund 65 Prozent aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten.

In der US-Ostküstenmetropole ist das Leben schon seit Wochen fast komplett zurück: In den Kneipen drängen sich die Menschen ohne Maske, es gibt wieder Privatpartys, Feiern in geschlossen Räumen und Konzerte. Auch die Restaurants sind auch im Innenbereich gut gefüllt.

Der Staat New York mit seinen fast 20 Millionen Einwohnern war im vergangenen Frühjahr zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA geworden – mit Hunderten Toten pro Tag über Wochen und zwischenzeitlich knapp 20.000 Menschen im Krankenhaus. Inzwischen ist das Infektionsgeschehen weitgehend unter Kontrolle: Am Dienstag lag die tägliche Zahl der wegen Covid-19 im Krankenhaus Liegenden bei 617, sieben Menschen starben.

Trotz der verbesserten Situation rief Gouverneur Cuomo die New Yorker aber auf, weiter wachsam zu bleiben. Zudem sind beispielsweise in Schulen und in öffentlichen Transportmitteln weiter Masken vorgeschrieben. «Ich gebe mein Handdesinfektionsmittel noch nicht her», sagte Cuomo.

Di, 15.06.2021

17:23

6,6 Millionen digitale Impfnachweise – System zeitweise überlastet

LUXEMBURG/BERLIN (dpa-AFX) – Großer Andrang auf den neuen digitalen Corona-Impfnachweis hat am Dienstag zwischenzeitlich zu einzelnen technischen Verzögerungen geführt. Das System sei wegen des Ansturms zeitweise überlastet gewesen, teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage in Berlin mit. Insgesamt seien aber bis zum Nachmittag inzwischen 6,6 Millionen Zertifikate von Impfzentren, mobilen Diensten, Arztpraxen und Apotheken ausgegeben worden.

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg, gerade jetzt zu Beginn des Sommers und der Reisezeit sei es für viele Bürgerinnen und Bürger wichtig, dass es eine Einheitlichkeit gebe: „Dass ein digitaler Impfpass, der in Deutschland oder Spanien oder Finnland ausgestellt wird, eben auch dann in allen europäischen Ländern genutzt werden kann und gültig ist“, sagte der CDU-Politiker.

In Rheinland-Pfalz geriet die Ausgabe der digitalen Zertifikate am Dienstag wegen technischer Probleme auf der Bundesplattform ins Stocken, wie das Landesgesundheitsministerium mitteilte. Wie ein Sprecher sagte, hielt diese Situation vier Stunden lang an. Demnach kam es zu Verzögerungen. Laut Landesapothekerverband waren etliche Apotheken betroffen. Im Saarland wirkten sich ebenfalls technische Probleme auf der Bundesplattform auf Impfzentren aus, wie das Landesministerium erklärte. Mitarbeiter sollten betroffene Bürger notieren, damit ihnen nachträglich die Zertifikate zugeleitet werden können.
 

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Woran hakt es bei den digitalen Impfnachweisen?

Der EU-weit vereinbarte digitale Nachweis einer vollständigen Impfung ist eine freiwillige Ergänzung zum weiter gültigen gelben Impfheft aus Papier. Erstellt werden soll der digitale Nachweis direkt an der Impfstelle, nachträglich ist es seit Montag auch in vielen Apotheken möglich. Wegen großen Interesses kam es vielerorts zu technischen Problemen und überlasteten Servern. Die Apotheken rieten dazu, dass sich nicht alle sofort einen digitalen Impfnachweis holen sollten.

13:59

Sorge vor Ausbreitung der Delta-Variante in Frankreich

Paris (dpa) – In Frankreich wächst die Sorge vor einer Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus. Derzeit werde bei zwei bis vier Prozent der positiven Corona-Tests, die auf Varianten untersucht werden, die zunächst in Indien entdeckte Variante festgestellt, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag in Paris. Das klinge zwar nach wenig, sei aber vergleichbar mit der Lage in Großbritannien vor einigen Wochen.

Die Delta-Variante hat die Corona-Zahlen in Großbritannien wieder ansteigen lassen. Die geplante Aufhebung aller Restriktionen wurde deshalb am Montag um vier Wochen verschoben.

In Frankreich hat sich die Corona-Lage zuletzt deutlich entspannt. Zuletzt wurden landesweit etwa 43 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gezählt. Bis Montagabend erhielten knapp 46 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Spritze. Seit diesem Dienstag können sich auch Jugendliche ab 12 Jahren impfen lassen. Dafür brauchen sie die Zustimmung der Eltern.

13:42

Intensivmediziner: Corona-Pandemie geht in „chronische Phase“ über

Berlin (dpa) – Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, fordert ein Ende des «pandemischen Denkens» in Bezug auf das Coronavirus. Man werde in den kommenden Wochen und Monaten aus der pandemischen Phase herauskommen, künftig werde Covid eine Erkrankung des Klinikalltags werden und den Schrecken einer in Wellen verlaufenden Pandemie verlieren, sagte Karagiannidis bei einer digitalen Pressekonferenz des Verbands am Dienstag.

«Wir werden in den kommenden Tagen die magische Grenze von 1000 Patienten unterschreiten.» Nun sei die Zeit gekommen, «in eine chronische Phase» überzugehen, sagte Karagiannidis. Corona werde den Klinikalltag in den nächsten Jahren «wie die jährliche Grippewelle» begleiten. Bis zum Herbst sei dann nicht nur mit Corona-Infektionen zu rechnen, sondern auch mit vielen anderen Krankheiten sowie verschobenen Operationen.

«Dann wird es einen Konkurrenzkampf um die Betten geben», sagte Karagiannidis. In den vergangenen Monaten habe man sich auf die Versorgung von Corona-Patienten konzentriert, bei anderen Krankheiten sei dies «nicht in dem Maße» geschehen.

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