Das sagt ein französischer Apotheker zur Impfpflicht

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will für viele Berufe eine COVID-19-Impfpflicht einführen, auch für Beschäftigte in Apotheken. Ein französischer Apotheker erklärt gegenüber der DAZ, was er darüber denkt. 

Geht es nach Staatspräsident Emmanuel Macron, müssen sich bald sämtliche Beschäftigte im medizinischen Sektor in Frankreich gegen das Coronavirus impfen lassen. Ob die Impfpflicht auch für Apotheker gelten soll, war zunächst nicht klar. Die größte Apotheker-Gewerkschaft in Frankreich, die FSPF, hatte zunächst verkündet, dass Apotheken nicht betroffen seien. Eigentlich sollten nur solche Beschäftigten erfasst werden, die im direkten Kontakt mit Risikopersonen stehen. Drei Tage später teilte die FSPF dann mit, dass sich künftig auch Apothekeninhaber und ihre Angestellten gegen das Coronavirus impfen lassen müssen.

Der Grund dürfte sein, dass sämtliche Apotheken in Frankreich täglich nicht nur etliche Corona-Tests, sondern auch Impfungen durchführen. Die geplante Impfpflicht hat die Nachfrage dabei noch in die Höhe getrieben.

Apotheker-Gewerkschaft: Müssen Vorbild für Patienten sein

Tatsächlich hatte die Apotheken-Gewerkschaft ihren Mitgliedern die Impfung zuvor bereits empfohlen und sogar die Einführung der Impfpflicht gefordert: „Für die FSPF geht es darum, ein gutes Vorbild für unsere Patienten zu sein und zu verhindern, dass die besonders vulnerablen unter ihnen, mit denen wir regelmäßig in Kontakt sind, sich infizieren”, heißt es in ihrer Begründung.

Während Angestellte aus dem Pflegesektor an einigen Orten streiken und auf den großen Demonstrationen gegen die Impfpflicht sichtbar sind, gab es von Apothekerseite bisher keinen deutlichen Widerstand. Das dürfte schon daran liegen, dass sich ein Großteil der dort Tätigen ohnehin bereits hat impfen lassen.

Guillaume Grecias, Inhaber der Pharmacie Sakakini in Marseille, schätzt, dass über 90 Prozent seiner Kollegen und deren Personal immunisiert sind – genau wie er selbst und alle seine Angestellten. Es scheint somit mehr Geimpfte unter den Apothekern zu geben als unter dem Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen, von denen nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums bis Anfang Juli etwa 55 Prozent geimpft waren.

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