Adipositas: Medikament reduziert Körperfett um bis zu 20 Prozent – Heilpraxis

Einfach Fett abbauen dank Bimagrumab?

Wird es in naher Zukunft möglich sein, überschüssige Fettmasse einfach mit der Hilfe eines Medikaments abzunehmen? In einer aktuellen Studie ist es tatsächlich gelungen, bei Personen mit Diabetes eine Reduktion der Fettmasse um 20 Prozent mit der Hilfe des monoklonalen Antikörpers Bimagrumab zu erzielen.

Bimagrumab scheint eine effektive Möglichkeit darzustellen, um Menschen mit Gewichtsproblemen beim Abnehmen zu unterstützen, so das Ergebnis einer Untersuchung unter Beteiligung von Forschenden des Novartis Institutes for BioMedical Research. Die Studie wurde im englischsprachigen Fachblatt „JAMA“ veröffentlicht.

Abnehmen mit der Hilfe von Medikamenten?

Viele Menschen auf der Welt leiden unter Übergewicht oder gar Adipositas. Eine Behandlung von Gewichtsproblemen mit Medikamenten erwies sich in der Vergangenheit oft als problematisch. Häufig hatten dafür zugelassene Medikamente lediglich einen geringen Effekt. Einige solcher Arzneimittel mussten sogar wegen unerwünschter Nebenwirkungen wieder von Markt genommen werden. Rimonabant begünstigte laut einer im englischsprachigen Fachblatt „BMJ“ veröffentlichten Studie beispielsweise Angst und Depression.

Die neusten Forschungsergebnisse geben aber Hoffnung, dass in naher Zukunft Menschen mit Gewichtsproblemen effektiv mit der Hilfe eines Medikamentes Gewicht abnehmen könnten. Der monoklonale Antikörper Bimagrumab stimuliert das Muskelwachstum durch eine Blockade von sogenannten Aktivin-Typ-zwei-Rezeptoren. Durch das Medikament konnten die Teilnehmenden mit Adipositas und Typ-2 Diabetes während einer Untersuchung ihr Gewicht reduzieren und eine deutliche Verringerung der Fettmasse erreichen.

Muskelaufbau und Fettabbau gleichzeitig

Eigentlich sollte das Arzneimittel zur Behandlung einer seltenen Muskelerkrankung mit Muskelschwund und Muskelschwäche untersucht werden. Schnell stellte sich heraus, dass Bimagrumab das Muskelwachstum förderte und zusätzlich auch noch das Körperfett beeinflusste. Die Teilnehmenden bauten also Muskeln auf und nahmen Körperfett ab.

Auf dieser Grundlage nahm man 75 Teilnehmende in eine Phase-zwei-Studie auf. Diese Menschen litten unter Typ-2-Diabetes und zusätzlich hatten sie Übergewicht (BMI 28) bis hin zu extremer Adipositas Grad III (BMI 40). Die Teilnehmenden erhielten entweder eine professionelle Beratung zu den Themen Diät und Bewegung, wobei ihnen zusätzlich einmal im Monat, über einen Zeitraum von 48 Wochen, eine Infusion mit Bimagrumab verabreicht wurde, oder sie erhielten statt des Medikaments lediglich ein Placebo.

Mehr als 20 Prozent Abbau der Körperfettmasse

Die Beratung kombiniert mit dem Medikament führte zu einem deutlichen Rückgang der Körperfettmasse um beachtliche 20,5 Prozent (7,5 Kilogramm). Durch eine alleinige Beratung zu Diät und Bewegung konnte die Fettmasse dagegen nur um 0,5 Prozent reduziert werden, berichten die Forschenden in dem Fachmagazin „JAMA“. Zusätzlich sei eine Zunahme der Muskelmasse um 3,6 Prozent feststellbar gewesen.

Zukünftige Behandlung mit Hilfe von Injektionen

Es gab allerdings ungewollte Auswirkungen auf die Leber und Bauchspeicheldrüse, weshalb in Zukunft vermutlich eher eine wöchentliche Verabreichung per Injektion unter die Haut (subkutan) angestrebt werde, berichtet das „Deutsche Ärzteblatt“ in einem Beitrag zu den Studienergebnissen.

Gewichtsabnahme kann Diabetes umkehren

Übergewicht und Adipositas sind ein wesentlicher Faktor, wenn es um die Entstehung von Typ-2-Diabetes geht. Es ist für betroffene Menschen möglich, durch das Abnehmen von Gewicht die Erkrankung abzumildern. Aber es kommt noch besser: Durch eine Gewichtsreduzierung kann oftmals Typ-2-Diabetes geheilt werden.

Neuer Ansatz zur Behandlung von Adipositas

Eine ActRII-Blockade mit Bimagrumab bei Teilnehmenden mit Übergewicht oder Adipositas, die an Typ-2-Diabetes erkrankt waren, reduzierte die Fettmasse signifikant und begünstigte gleichzeitig den Muskelaufbau, und zusätzlich habe sich eine Verbesserung des Stoffwechsels eingestellt, fassen die Forschenden zusammen. Das Team schlussfolgert, dass eine Hemmung des ActRII-Signalwegs einen neuen Ansatz für die pharmakologische Behandlung von übermäßiger Adipositas und begleitenden Stoffwechselstörungen darstellen könnte. (as)

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