Statt Tabletten: Wie du mit dem richtigen Essen deine Schilddrüse gesund hältst

Eine Unterfunktion der Schilddrüse macht dick und unglücklich. Schuld ist ein großes Durcheinander im Stoffwechsel, den das kleine Organ im Hals steuert. Vor allem Frauen sind betroffen. Die richtige Lebensmittel-Auswahl kann die Schilddrüse auf Trab und fit halten.

  • Die Schilddrüsenunterfunktion beeinträchtigt das körperliche und seelische Befinden.
  • Frauen sind fünfmal häufiger betroffen als Männer.
  • Das Spurenelement Jod ist das wichtigste Nahrungselement für die Schilddrüse.

Die Schilddrüse ist ein Mini-Organ, das sich wie ein Schmetterling um den Kehlkopf schmiegt. Die kaum 20 Gramm leichte Drüse kann Körper und Psyche in Aufruhr versetzen, wenn es seine Aufgabe als Hormonproduzent nicht richtig erfüllt. Kommen zu wenige Hormone zustande, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion, medizinisch: Hypothyreose. Die Folgen der Unterfunktion sind vielfältig: Sie schickt die Laune grundlos in den Keller, macht dauermüde, lässt einen trotz Sonnenschein frösteln und schaufelt noch während einer Diät Pfunde auf die Hüfte. Allerdings weiß die Betroffene – an der Störung leiden überwiegend Frauen – oft nicht, dass der Grund ihrer Beschwerden im Hals sitzt. Die unspezifischen Symptome kommen auch bei vielen anderen Krankheiten vor.

 

Eine gut funktionierende Schilddrüse benötigt einige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente regelmäßig und in ausreichender Menge. Es kommt also bei der Ernährung darauf an, auf Lebensmittel zu achten, die diese Substanzen enthalten.

Eine schilddrüsenfreundliche Ernährung ist allerdings eher dazu geeignet, eine Funktionsstörung zu verhindern als sie zu bekämpfen. Wer bereits Schilddrüsenhormone einnimmt, kann diese sicher nicht durch ein paar Lebensmittel ersetzen. Zusätzliche jodhaltige Produkte sind dann oft sogar schädlich. Das gilt vor allem für eine Unterfunktion durch eine chronisch entzündete Schilddrüse. Die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die hormonell behandelt werden muss.

Ohne Jod macht die Schilddrüse schlapp

Der wichtigste Faktor, um einer Schilddrüsenunterfunktion vorzubeugen, ist eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement Jod. 10 bis 20 Milligramm davon hat ein Erwachsener im Körper, überwiegend in der Schilddrüse, die Jod als Treibstoff für die Hormonbildung braucht. Das – gemessen an der Wichtigkeit –  seltene Element bekommen wir durch:

  • Leben am Meer – dort ist schon die Luft etwas jodhaltig.
  • Jodiertes Speisesalz
  • Seefisch, Meeresfrüchte, Algen – sie speichern Jod.

Wer regelmäßig Jodsalz verwendet und zweimal pro Woche Fisch aus dem Meer isst, muss sich normalerweise nicht um den Basisstoff für eine gesunde Schilddrüse sorgen. Darin steckt sogar ein Vielfaches der benötigten Jodmenge, was aber nicht schlimm ist. Was die Schilddrüse nicht speichern kann, wird über den Urin wieder ausgeschieden.

Der tägliche Jodbedarf variiert mit Alter und Lebensumständen. So braucht ein Säugling nur 40 – 80 Mikrogramm, ein Kind bis 10 Jahre 100 – 140 Mikrogramm, Jugendliche und Erwachsene 180 – 200 Mikrogramm, eine Schwangere 230 Mikrogramm und Stillende sogar 260 Mikrogramm.

Hier eine Auswahl von Lebensmitteln mit nennenswertem Jodgehalt in Mikrogramm pro 100 Gramm:

  • Jodiertes Speisesalz  1500-2500
  • Schellfisch                  860
  • Lachs                          200-250
  • Krabben, Garnelen    130
  • Thunfisch                      50
  • Süßwasserfische         4
  • Champignons             2,5-18

Selen, Eisen, Vitamin A – Trio für eine gesunde Schilddrüse

Außer Jod braucht eine gut funktionierende Schilddrüse vor allem Selen, Eisen und Vitamin A.  Jede der Substanzen spielt eine Rolle im sensiblen Zusammenspiel der Hormonproduktion in der Schilddrüse.

Unverzichtbar ist das Spurenelement Selen. Bei einer Unterfunktion kann die Kombination von Jod und Selen verhindern, dass künstliche Schilddrüsenhormone nötig sind. Reich an Selen sind tierische Eiweiße, Pilze und Nüsse. Den täglichen Bedarf von 60 bis 70 Mikrogramm können folgende Lebensmittel spielend decken (Mikrogramm in 100 Gramm):

  • Kokosnuss                          810
  • Sesam                                 800
  • Schweinefleisch                 200
  • Steinpilze                           184
  • Hummer                             130
  • Sonnenblumenkerne          69
  • Sojabohnen                         60
  • Sardinen                              60

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Eisenmangel ist ein häufiges Problem junger Frauen, was am weiblichen Zyklus mit der monatlichen Menstruation liegt, aber auch an einer eher fleischarmen Ernährung. Ausreichend Eisen verbessert jedoch die Jodverwertung der Schilddrüse. Männer brauchen 10, Frauen 15 Mikrogramm täglich, Schwangere das Doppelte. Eisen, das der Körper sofort verwerten kann, hat neben tierischen auch viele pflanzliche Quellen. Diese Lebensmittel bieten reichlich davon (Mikrogramm in 100 Gramm):

  • Grüner Tee                       17
  • Kalbsniere                         12
  • Amaranth, Quinoa             9
  • Getrocknete Pilze               8- 17
  • Linsen                                 6,9
  • Haferflocken                       5,4
  • Rinderfilet                          2,3
  • Kartoffeln                           1

Vitamin A beeinflusst die Schilddrüse insofern, dass ein Zuwenig davon den eventuell vorhandenen Jodmangel verstärkt. Vitamin A kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor, die Vorstufe Provitamin A auch in pflanzlichen. Zusammen mit Fett kann es der Körper besonders gut verwerten. Der Tagesbedarf beträgt für Männer 1,1 Milligramm, Frauen brauchen 0,8 Milligramm Vitamin A. Und diese Lebensmittel sind gute Lieferanten (Milligramm in 100 Gramm):

  • Schweineleber                       33
  • Leberwurst                               8,3
  • Trockenaprikose                      5,8
  • Möhre                                      1,5
  • Eigelb                                        0,9
  • Spinat                                       0,8
  • Butter                                       0,6

Wer einer Unterfunktion der Schilddrüse vorbeugen will, kann also das Organ durch geschickte Lebensmittelauswahl mit allen wichtigen und wertvollen Nährstoffen versorgen – und sich so vor grundlosen Stimmungstiefs, ständiger Müdigkeit und unerklärlicher Gewichtszunahme schützen.

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