Schlaganfälle sind vermeidbar: 10 Faktoren, die Ihr Risiko beeinflussen

Wie groß der Einfluss der zehn Risikofaktoren ist, zeigte eine große internationale Studie mit knapp 27.000 Teilnehmern aus 32 Ländern. Darin wurde auch deutlich, dass die einzelnen Faktoren für das Schlaganfallrisiko nicht überall auf der Welt gleichermaßen bedeutsam sind.

Risikofaktor Nr. 1: Zu hoher Blutdruck

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist der mit Abstand wichtigste Risikofaktor: Wessen Blutdruckwerte über Jahre erhöht sind, der hat ein dreifach erhöhtes Schlaganfallrisiko. Würde man den Risikofaktor Bluthochdruck in der Bevölkerung ausschalten, würde die Anzahl Schlaganfälle weltweit um fast die Hälfte sinken.

Da Bluthochdruck in Südostasien und in Afrika häufiger vorkommt als in westlichen Ländern (was evtl. an der dort schlechteren bzw. selteneren Behandlung liegt), würde das Ausschalten dieses Risikofaktors die Anzahl Schlaganfälle in Südostasien und Afrika stärker senken als in westlichen Ländern.

Risikofaktor Nr. 2: Zu wenig Bewegung

Bewegungsmangel durch regelmäßige körperliche Aktivität zu beheben, würde die Anzahl Schlaganfälle weltweit um 35,8 Prozent senken. Auch hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: Während sich vor allem Chinesen zu wenig zu bewegen scheinen, sodass in China mehr Bewegung wesentlich weniger Schlaganfallpatienten zur Folge hätte, spielt Bewegungsmangel in Afrika nur eine vergleichsweise geringe Rolle. In Westeuropa und Nordamerika würde mehr Bewegung die Anzahl Schlaganfälle um 17 Prozent verringern.

Risikofaktor Nr. 3: Zu hohe Blutfettwerte

Erhöhte Blutfettwerte (wie Cholesterin ) zu senken würde die Anzahl Schlaganfälle weltweit um 26,8 Prozent verringern. Dieser Risikofaktor steht allerdings nur weltweit betrachtet an dritter Stelle: In den westlichen Ländern ist starkes Übergewicht (Adipositas) der größere Risikofaktor.

Weitere Risikofaktoren

Weitere Faktoren, die das Schlaganfallrisiko mitbestimmen, sind eine schlechte Ernährung, Herzerkrankungen (Vorhofflimmern und Vorhofflattern), seelischer Stress, Zigaretten- und Alkoholkonsum sowie Diabetes mellitus.

Die 10 wichtigsten Risikofaktoren für Schlaganfälle im Überblick:

Wer all diese Risikofaktoren frühzeitig und konsequent meidet beziehungs­weise ausschaltet, kann damit rechnen, dass sein Schlaganfallrisiko nachhaltig sinkt.

Fazit: Unsere erbliche Veranlagung oder unsere alters- und geschlechtsabhängigen Risiken können wir zwar nicht beeinflussen. Doch wer sein Leben entsprechend gestaltet und gesundheitliche Probleme angemessen behandelt, kann entscheidend dazu beitragen, sein individuelles Risiko für Schlaganfälle und viele andere Erkrankungen gering zu halten.

Quellen

Schlaganfall. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformation.de (Stand: 28.6.2017)

O’Donnell, M.J., Chin, S.L., Rangarajan, S., et al.: Global and regional effects of potentially modifiable risk factors associated with acute stroke in 32 countries (INTERSTROKE): a case-control study. The Lancet 2016

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