Krankenschwester sieht Plakat und diagnostiziert eigenen Hirntumor

Als Anästhesie-Schwester in einem Londoner Krankenhaus hilft Chantal Smits jeden Tag Chirurgen, Patienten mit Gehirntumoren zu operieren.

Doch eines Tages fiel ihr ein Plakat auf, das an der Wand der Station hing, auf dem die Warnzeichen des Hirnkrebs aufgelistet waren.

Der heute 22-Jährigen war sofort klar: Sie litt an denselben Symptomen. Über die Geschichte berichtet nun die britische Tageszeitung “The Sun”.

Frau klagt jahrelang über Kopfschmerzen und Müdigkeit, doch geht nicht zum Arzt

Smits klagte bereits seit 2014 – in ihrem ersten Jahr als Krankenschwester – unter Kopfschmerzen und Müdigkeit.

“Ich fühlte mich die ganze Zeit müde und schlief um 20 Uhr ein, sobald meine Arbeitsschicht vorbei war”, erzählte sie der Zeitung.

Zudem nahm die Frau täglich vier Ibu-Profen und vier Paracetamol-Tabletten zu sich, um die Schmerzen zu lindern.Doch einen Arzt aufsuchen, wollte Smits nicht. Sie sagte der “Sun”:

“Im Vergleich zu den schwerkranken Patienten, die ich jeden Tag sah, sagte ich mir, dass meine eigenen Symptome trivial waren und ich sie einfach hinnehmen müsste.” Sie führte ihren Gesundheitszustand auf die 40-Stunden-Woche und die Schichtarbeit zurück.

Erst im Februar 2018, als sie ein Poster an der Wand des Krankenhauses las, das die Symptome von Gehirntumoren bei Jugendlichen und Kindern auflistete, wurde Smits klar, was mit ihr falsch sein könnte.

“Ich dachte:” Moment mal. Kopfschmerzen, ständige Müdigkeit, gelegentliche Sehstörungen – ich habe alle. Vielleicht sollte ich doch mal zum Hausarzt gehen.”

Erst nach vier Jahren Schmerzen geht die Frau zum Arzt

Smits ging doch noch zu einem Arzt, der mit ihr eine MRT-Untersuchung machte. Kurz darauf erhielt die heute 22-Jährige einen Brief, in dem stand, dass sie einen Tumor direkt am Hirnstamm hat.

“Meine erste Reaktion war, in Tränen auszubrechen. Ich sehe das Schlimmste vom Schlimmsten in meinem Job und jetzt ging ich davon aus, dass ich wie die extrem kranken Patienten sein würde, die ich täglich sehe. Als ich den Arzt später fragte, wie groß der Tumor ist, sagte er nur: ‘Das willst du lieber nicht wissen.’“

“Wenn ich nun Menschen mit Gehirntumoren treffe, kann ich mich wirklich in sie hinein fühlen”

Das Problem bei dem Krebs der Frau: Weil der Tumor am Hirnstamm sitzt, kann keine Biopsie gemacht werden. Es kann also nicht festgestellt werden, ob er bösartig ist oder nicht.

Das Einzige was der Frau übrig bleibt: Regelmäßig Scans machen, auf denen die Ärzte den Tumor beobachten und vermessen können.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Tumor eines Tages wachsen könnte, dann bräuchte Smits eine Chemo- und Strahlentherapie – genau wie viele der Gehirntumor-Patienten, mit denen sie täglich zusammenarbeitet.

Derzeit nimmt Smits nämlich nur Medikamente ein, um ihre Symptome zu behandeln. Der Tumor ist stabil – und ist nicht weiter gewachsen.

Die Arbeit ist ihr seit der Diagnose noch wichtiger geworden: “Es ist meine Berufung im Leben. Wenn ich nun Menschen mit Gehirntumoren treffe, kann ich mich wirklich in sie hinein fühlen.”

Inzwischen versucht die 22-Jährige, Menschen mit ihrer Geschichte zu inspirieren und das Bewusstsein auf die mögliche Erkrankung zu schärfen:

“Ich schätze mich glücklich, dass mein eigener Tumor früh entdeckt wurde. Wenn ich zurückschaue, sehe ich jetzt, dass ich sehr lange Symptome hatte. Ich hätte sie nicht ignorieren dürfen. Jetzt hoffe ich, das Bewusstsein für Gehirntumore zu schärfen und etwas Positives zu tun, um anderen zu helfen.”

(jr)

Dieser Artikel wurde verfasst von HuffPost / nmi

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