Hausmittel gegen Halsschmerzen: Apotheker gibt Tipps

Hausmittel gegen Halsschmerzen: Apotheker gibt Tipps

Um Halsschmerzen zu lindern, reichen oft einfache Hausmittel aus. Die passenden Bonbons und Tees, Gurgeln und Wärme gehören dazu. Apotheker Marcel Becker erklärt die wirksamsten Hausmittel und wie den nächsten Halsschmerzen am besten vorbeugt.

Meist steckt hinter Halsschmerzen eine krankhafte Veränderung im Hals-, Mund- und Rachenraum. Diese kann durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Medizinisch unterscheidet man eine Rachenschleimhautentzündung (Pharyngitis), Kehlkopfentzündung (Laryngitis), eine klassische Mandelentzündung (Tonsillitis) oder eine Angina, die meist durch Streptokokken ausgelöst wird.

Etwa zwei bis vier Tage nach der Ansteckung entstehen bei einer Angina Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, meist in Kombination mit Fieber und einer Schwellung der Halslymphknoten. Fühlt sich das Schlucken an, als hätte man Schmirgelpapier gegessen, hilft ein Abstrich beim Arzt. Ist der Befund positiv, werden die Streptokokken-Bakterien am effektivsten mit Penicillin bekämpft. Auch bei einer bakteriellen Kehlkopfdeckelentzündung (Epiglottitis) muss umgehend gehandelt werden und eine ausführliche Anamnese erfolgen – hohes Fieber, Heiserkeit und Atemnot sind Begleiter dieser oft lebensbedrohlichen Krankheit.

Meist steckt jedoch nur eine einfache Erkältung hinter den Halsschmerzen. Kommen noch Symptome wie Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen hinzu kann der Patient – auch ohne Arztbesuch – von einer viralen Ursache ausgehen.

Marcel Becker ist Geschäftsführer der Apovid GmbH. Der studierte Pharmazeut ist zudem Mit-Inhaber der Münchner Dr. Beckers Central Apotheke sowie Gründer und Gesellschafter der VitaPunkt GmbH.

Hausmittel gegen Halsschmerzen

Die Entzündung auf der Schleimhaut im Hals versetzt unsere Schmerzfühler und das Immunsystem dann in Habachtstellung. Jetzt heißt es im wahrsten Sinne des Wortes: Abwarten und Tee trinken – und im Zweifelsfall dann aber doch den ärztlichen Rat suchen. Wer erkältet ist und Halsschmerzen hat, sollte sich in jedem Fall schonen. Lutschpastillen, Tees und Gurgellösungen helfen dabei, die Viren zu bekämpfen und die Schleimhaut feucht zu halten.

Schleimhaut schützen

Menschen, die ihre Stimme ohnehin durch viel Reden strapazieren, können Halsschmerzen durch das Lutschen von Isländisch Moos oder salzhaltiger Pastillen vorbeugen. Die Bonbons bilden einen Schutzfilm auf der Schleimhaut und schützen so vor Krankheitserregern und anderen Reizungen. Tut der Hals dennoch weh und kommen weitere Erkältungssymptome hinzu, wirken Lutschpastillen mit einem örtlich betäubenden und desinfizierenden Wirkstoff. Pflanzliche Produkte wie Salbeibonbons wirken ebenfalls beruhigend.

Viren wegspülen

Effektiver und effizienter sind Gurgellösungen. Durch die mechanische Bewegung im Rachen werden Viren beim Gurgeln entfernt und die Wirkstoffe gelangen in Bereiche der Schleimhaut, die sich mit Lutschpastillen nicht erreichen lassen. Gurgellösungen lassen sich einfach durch das Abkochen von frischem oder getrocknetem Salbei oder dem Anrühren einer Salzlösung herstellen. Die Lösung aus grobem Meersalz in lauwarmem Wasser oder der Salbeisud sollte alle zwei bis drei Stunden gegurgelt werden.

Durchblutung fördern

Der gute alte Schal, das Trinken von Tees oder Inhalationen haben eines gemeinsam: Sie regen unsere Durchblutung an und unterstützen dabei das Immunsystem in der Virenabwehr. Wärme hat eine unmittelbare Wirkung auf unseren Körper – entzündetes Gewebe wird besser durchblutet und die Krankheitserreger können schneller abtransportiert werden.

Bei Tees hat sich, wie bereits erwähnt, der entzündungshemmende Salbei bewährt. Seine Gerbstoffe schützen die Schleimhaut und die enthaltenen ätherischen Öle desinfizieren. Aber auch Ingwer, Malvenblüten und Thymian helfen bei der Linderung von Halsschmerzen – beim Geschmack kann ein Löffel Honig nachhelfen. Der Genesung förderlich sind auch warme Wickel aus Kartoffel- oder Leinsamenbrei, oder warme Wickel getränkt in Thymian- oder Salbeitee. Wichtig: Sobald die Wärme nachlässt, sollte man den Wickel abnehmen oder gegen einen neuen Wickel tauschen!

Abwehr mobilisieren

Zur Mobilisierung der körpereigenen Abwehr sollte man möglichst einen Gang runter schalten. Unterstützend auf die Immunabwehr wirken sich Nahrungsmittel wie Honig aus. Das gelbe Gold enthält antibakterielle Wirkstoffe. Auch Ingwer verfügt über diese gesunde Eigenschaft: Eine etwa vier Zentimeter lange geschälte Ingwerwurzel gewürfelt, mit kochendem Wasser übergossen ergibt einen anregenden Tee, der mit Honig besonders gesund ist und noch dazu lecker schmeckt!

Halsschmerzen vorbeugen

Wunder sollte man von Tees, Wickeln und Gurgellösungen jedoch nicht erwarten. Die Hausmittel lindern allesamt die Beschwerdesymptome, doch am effektivsten ist nach wie vor eine aktive Prävention in der Erkältungszeit. Will man Halsschmerzen & Co. vermeiden, sollte man durch gesunde Nahrung, regelmäßigen Sport und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sein Immunsystem pflegen und stärken. Hilfreich ist ebenfalls eine penible Handhygiene. Auch Begrüßungsküssen und Umarmungen erkälteter Menschen sollte man möglichst dankend ablehnen, auch wenn dies als Unhöflichkeit ausgelegt werden kann. 

Halsschmerzen, die Patienten länger als zwei Wochen quälen, gelten als chronische Halsschmerzen und bedürfen in jedem Fall einer ärztlichen Abklärung. Neben kompliziert verlaufenden Infektionen können auch Umweltbelastungen wie Staub oder Abgase chronische Halsschmerzen verursachen.

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