Fünf rettende Tipps für Schnarch-Opfer

Bei rund 30 Millionen Deutschen herrschen „Bett Vibrations“ im Schlafzimmer. Denn so viele Schnarcher gibt es schätzungsweise zwischen Flensburg und Freiburg. FOCUS Online-Experte Armin Mechkat erklärt, wie entnervte Partner wieder zu einem erholsamen Schlaf finden können.

„Ein Ehemann darf nie zuerst einschlafen und zuletzt aufwachen“, schrieb der französische Schriftsteller Honoré de Balzac vor etwa 200 Jahren. Der Lebemann wusste, wovon er redet. Aktuell sind seine Worte allemal. Etwa 60 Prozent der Männer schnarchen. Frauen holen in Sachen Sägen erst nach der Menopause auf.

Lärm sorgt für Stress

Den Weltrekord im Schnarchen hält der Schwede Kare Walkert. 93 Dezibel laut sind die Geräusche, die er Nacht für Nacht fabriziert. So steht es im Guiness Buch der Rekorde. Das hört sich ungefähr so an, als ob ein LKW am Kissen vorbeidonnern würde. Wie seine Frau mit der Lärmbelästigung zurecht kommt, ist nicht überliefert.

Fest steht: Lärm produziert Stress. Um eineinhalb Stunden Schlaf pro Nacht werden Partner von Schnarchern laut der „British Lung Foundation“ durchschnittlich gebracht. Nicht wenige von ihnen verlassen früher oder später sogar genervt das Ehebett. Getrennte Schlafzimmer! Schnarchen kann also ein echter Beziehungskiller sein, der nicht nur Opfer, sondern auch Täter (Stichwort: Schlafapnoe-Syndrom) leiden lässt.

Schlafmangel führt zu Konzentrationsschwäche

Schnarch-Opfer haben sogar schon neben leisen Schnarchern, die es laut Lehrbuch auf 20 Dezibel bringen – das hört sich etwa wie Laubrascheln an – Schwierigkeiten ein- und durchzuschlafen. Permanenter Schlafmangel führt zu Konzentrationsschwäche und mangelnder Erholung.

Der ständige Lärm vom Nachbar-Kopfkissen erzeugt außerdem Stress. Dieser kann auf Dauer zu Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Fünf Survival-Tipps für Schnarch-Opfer

Was können schlaflose Seelen also tun? Folgende Tipps haben sich bei den Partnern meiner Schnarch-Patienten als besonders effektiv und praktikabel erwiesen:

1. Kleine Helfer, große Wirkung: Ohrstöpsel verwenden.

2. Mit einer Schnarch-App das Schlafzimmer-Konzert aufnehmen, um den Partner für das Problem zu sensibilisieren.

3. Schlafhygiene optimieren: Frühes Abendessen, zwei Stunden vorm Schlafen auf Alkohol verzichten, mit dem Rauchen aufhören, keine Schlaftabletten benutzen, immer zur gleichen Zeit zu Bett gehen, für eine Raumtemperatur von 18 Grad sorgen.

4. Raus aus der Rückenlage! Den Partner von der Seitenlage als optimale Anti-Schnarch-Position überzeugen und ihn auch nachts sanft in diese Lage drehen.

5. Offen über das Schnarchen und die damit verbundene Belastung reden. Für viele Paare ist das immer noch ein Tabu-Thema. Am besten schnellstmöglich einen Termin beim Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde machen. Der gemeinsame Besuch bringt häufig den Durchbruch und hilft, die richtige Therapie für ruhige Nächte zu finden.

Fazit: Schnarchen ist zwar eine Belastungsprobe, kann aber auch eine Aufgabe sein, an der man als Paar wächst.

Dr. Armin Mechkat ist Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Allergologie sowie Stimm- und Sprachstörungen. In seiner Praxis Hanse HNO (Hanse HNO auf Facebook, Hanse HNO auf Google+) behandelt er neben Patienten, die sich mit Problemen wie Hörsturz, Allergien oder Schnarchen an ihn wenden, viele Schauspieler, Moderatoren und Sänger mit Störungen der Sprech- und Singstimme.

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