Es verändert dein Sexualverhalten: Ein Porno-Star über Sex beim Dreh – und danach

Es verändert dein Sexualverhalten: Ein Porno-Star über Sex beim Dreh – und danach

Wie sieht eigentlich das private Liebesleben eines Pornodarstellers aus? Jason Steel (36) arbeitet seit 18 Jahren in der Branche. Im Gespräch mit FOCUS Online erzählt er, wie der Job einerseits den Sex zu Hause beflügelt – und andererseits Beziehungen gefährdet.

FOCUS Online: Lässt sich privater Sex und Sex vor der Kamera im Kopf trennen?

Jason Steel: Für mich ist es definitiv immer ein anderer Zustand. Privat ist es einfach komplett stressfrei – ohne Druck, ohne Zwang. Privat ist Sex auch fast immer möglich, zumindest bei mir. Auf der Arbeit kann es natürlich schon auch mal sein, dass es zu Ausfällen kommt. Dann ist es vielleicht zu kalt oder es ist so ein Tag, wo man denkt: „Ach, heute möchte ich eigentlich nicht arbeiten.“ Die hat jeder von uns, das kommt auch bei Pornodarstellern vor.

FOCUS Online: Was tun Darsteller in solchen Fällen, wenn sie trotzdem funktionieren müssen?

Jason Steel: Der Druck ist groß, deshalb greifen viele schnell zur Viagra. Ich habe in den ersten zwölf Jahre in der Branche nie etwas genommen. Das kam erst mit dem Alter, und eine Weile habe ich das auch sehr exzessiv getan. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass sich mein Körper zu sehr daran gewöhnt hat. Davor habe ich es mit mir selbst ausgemacht, wenn etwas nicht funktioniert hat. Mit einer Viagra denkst du nicht mehr darüber nach und verlierst dadurch etwas, das du dir über lange Jahre innerlich erarbeitet hast.

"Es kann passieren, dass bestimmte Sachen langweilig werden"

FOCUS Online: Wie genau geht das denn?

Jason Steel: Die Leute fragen immer, wie Pornodarsteller es schaffen, so lange ihr Stehvermögen zu behalten. Ich sage: An den Tagen, wo es schlecht läuft, lernst du richtig viel. Das sind die wichtigsten Tage für einen männlichen Darsteller. Am Set musst du dir wirklich bewusst machen: „Was ist es, was gerade nicht stimmt? Was muss ich jetzt tun, um mich in Stimmung zu bringen und durchzuhalten?“

Als mir das klar wurde, fing ich an, die Dosis wieder zu verringern und mich vom Viagra zu entwöhnen. Das hat auch sehr gut funktioniert. Wenn ich unter erschwerten Bedingungen drehe, weil ich zum Beispiel erkältet bin oder Kopfschmerzen habe, dann nehme ich ein Viertel. Das ist weniger als die Dosis, mit der ich ursprünglich angefangen habe. Ich tu das nur in letzter Konsequenz und gehe auch nie darüber hinaus.

FOCUS Online: Und der Sex zu Hause hat nur wenig mit dem zu tun, was am Set passiert?

Jason Steel: Jein. Obwohl eine Trennung im Kopf da ist, muss man trotzdem aufpassen und sich fragen: Wie viel nehme ich vom Porno mit nach Hause? Und wie viel nehme ich von zu Hause mit zum Porno? Es verändert dein Sexualverhalten. Zum Beispiel kann es dir passieren, dass bestimmte Sachen irgendwann langweilig werden.

"Mir ist es wichtig, dass man auf die Frau eingeht und sich Zeit lässt"

FOCUS Online: Was denn zum Beispiel?

Jason Steel: Eine einfache Missionarsstellung mache ich privat mit meiner Frau viel lieber. Denn so ist der Sex sehr innig und ich bevorzuge diese Stellung, weil ich sie dann einfach noch tiefer spüren kann. Wenn ich das aber am Set zwei, drei Mal hintereinander machen muss, dann kommt in mir innerlich das Gefühl auf: „Mann, ist das gerade langweilig.“ Ich habe zwar trotzdem noch Spaß bei der Sache, würde aber lieber in eine andere Stellung wechseln.

FOCUS Online: Gibt es noch andere Praktiken, die privat mehr Spaß machen als beim Dreh?

Jason Steel: Analsex ist auch so ein Beispiel. Da ist es nicht so, dass ich sagen würde: Ich habe immer Lust darauf. Die Frau sollte dafür mindestens fünf bis acht Stunden davor nichts gegessen haben – im Optimalfall zwölf Stunden. Das heißt, die Darstellerinnen kommen in der Regel hungrig am Set an. Dann sind sie schon mal gereizt und fragen: „Wie lange dauert die Szene?“

Für mich als Mann bedeutet das beim Dreh zusätzlichen Stress. Mir ist es nämlich unheimlich wichtig, dass man auf die Frau eingeht und sich Zeit lässt. Man muss auch die richtigen Griffe anwenden, damit es schmerzfrei abläuft und am Ende zur Luststeigerung führt.

 Interview mit Jason Steel (Teil 1) – Hinter den Kulissen der Porno-Branche: Jason Steel spricht über seinen Job
 

Interview mit Jason Steel (Teil 2) – "Es verändert dein Sexualverhalten": Ein Porno-Star über Sex beim Dreh – und danach
 

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"Im besten Fall hat man die richtige Partnerin, um sich sexuell weiterzuentwickeln"

FOCUS Online: Nehmen Sie vom Set Sexpraktiken mit nach Hause ins Schlafzimmer?

Jason Steel: Das kommt vor, auf jeden Fall. Es ist ja so: Man kommt mit seinem Standardrepertoire an Dingen, die man gesehen und selbst ausprobiert hat, ans Set. Der Produzent möchte aber etwas ganz Anderes. Dann fühlst du dich zuerst komisch. Es kann passieren, dass du sagst: „Okay, wir haben das für die Szene gemacht, es ist aber nicht mein Fall.“ Es kann aber auch passieren, dass du beim Dreh festgestellt hast, dass es eigentlich ganz nett ist und dass man das auch mal privat machen könnte. Bis zu einem gewissen Grad nimmst du dann Anregungen mit nach Hause.

FOCUS Online: Welche Inspirationen waren das bei Ihnen?

Jason Steel: Ich habe zwischen 20 und 25 viele Fetischszenen gedreht – mit Latex, Gummi, Peitschen, Fesseln und Masken. Am Anfang habe ich gesagt: Das ist nichts für mich. Bis heute sind Klammern und Ähnliches nicht so mein Fall. Aber irgendwann, als ich älter wurde, habe ich gemerkt, dass ich anfing, das dominant-devote Rollenspiel irgendwie zu mögen. Dann hat man eine Neigung entdeckt, und im besten Fall auch die richtige Partnerin, um sich gemeinsam sexuell weiterzuentwickeln.

Die ungeschminkte Wahrheit über die Porno-Industrie

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"Eifersucht ist definitiv ein Problem"

FOCUS Online: Kommt es auch vor, dass der Impuls von der Partnerin ausgeht, mal eine Szene zu Hause nachzuspielen?

Jason Steel: Das ist eher selten. Nach meiner Wahrnehmung sind die Männer doch verspielter. Und verspielt zu sein, wird von Frauen häufig falsch aufgefasst, als eine Art Sexbesessenheit. Bei Frauen spielt Eifersucht eine größere Rolle, wenn sie ihren Mann dabei beobachten, wie er Sex mit jemand Anderem hat.

FOCUS Online: Hat der Job bei Pornodarstellern oft negative Auswirkungen auf die Beziehung?

Jason Steel: Eifersucht ist definitiv ein Problem. Aber das ist abhängig von der Partnerschaft. Wenn in einer Beziehung, die gewachsen ist, einer der beiden Partner – ob männlich oder weiblich – feststellt, er möchte Pornos drehen, und das von dem anderen abgesegnet wird, merkt man: In solchen Fällen ist weniger Eifersucht vorhanden. Denn sie kennen sich schon, wissen, worum es geht, und verstehen den Anderen. Dann kommen sie ihrem Partner eher entgegen, um dessen Wunsch oder Leidenschaft zu erfüllen. Da ist viel Liebe im Spiel.

"Nach meiner Erfahrung teilen Männer eher als Frauen"

FOCUS Online: Und wenn die Liebe noch ganz frisch ist?

Jason Steel: Partnerschaften, die relativ jung sind, haben es schwerer. Vielleicht ist auch ein Partner bereits in dem Business, wenn die beiden zusammenkommen. Da herrscht oft sehr viel Eifersucht. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass das Vertrauen noch nicht so stark vorhanden ist.

FOCUS Online: Ist die Eifersucht dann ein Grundsatzproblem oder gibt es bestimmte Dinge, die Partner als besonders schlimm empfinden?

Jason Steel: Es gibt auch sehr gemeine Darstellerinnen, die dann zum Beispiel ihrer Freundin mitteilen: „Ich habe gesehen, der küsst die ja auch. Wusstest du das?“ Da wird in kleinen Wunden herumgestochert.

Ich habe auch mal eine Situation erlebt, die wirklich sehr frech war: Die Dame hat einfach Bilder vom Set an meine Freundin geschickt und dazu geschrieben: „Hier, schau mal: Das machen die gerade privat“. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie eigentlich in mich verknallt war. Frauen zerfleischen sich manchmal regelrecht am Set.

"Bei mir ist gerade eine Liebe zerbrochen"

FOCUS Online: Spielt auch Egoismus eine Rolle dabei?

Jason Steel: Ja, und komischerweise findet der bei den Frauen häufiger statt als bei den Männern. Das heißt: Frauen, die in der Branche tätig sind, definieren ihre Arbeit oft als Arbeit. Ich finde, das ist ein seltsames Phänomen, weil die Frauen das aus demselben Grund machen wie die Männer: nämlich, weil sie dieses Feuer in sich haben, etwas davon teilen und ihre sexuelle Freiheit ausleben wollen. Aber Frauen sind weniger geneigt, das zuzugeben. Männer sind in der Hinsicht etwas ehrlicher und sagen: Natürlich ist es Arbeit. Aber es ist auch das, was ich wirklich möchte und gerne mache.

Nach meiner Erfahrung teilen Männer eher, während Frauen oft besitzergreifender sind. Das wichtigste ist, dass in der Partnerschaft eine Balance stattfindet. Wenn er sich zum Beispiel einen Dreier mit zwei Frauen wünscht, dann darf sie sich durchaus auch einen Dreier mit zwei Männern wünschen.

"Als wir zusammengekommen sind, war ich schon 14 Jahre im Porno-Business"

FOCUS Online: Wie sieht es aktuell mit Ihrem Beziehungsleben aus?

Jason Steel: Bei mir ist gerade eine Liebe zerbrochen. Das hatte verschiedene Gründe – auch Eifersucht. Hinzu kommt, dass ich vor zwei Wochen zum ersten Mal in 18 Jahren positiv auf Syphilis getestet wurde. Aber das hat für meine Ex nur das Fass zum Überlaufen gebracht.

FOCUS Online: Inwiefern?

Jason Steel: Sie ist selbst Pornodarstellerin, hatte aber dieses Jahr nicht so viele Drehs. Das hat dazu geführt, dass die Balance zwischen uns nicht mehr stimmte. Ich konnte aber auch nicht dazu beitragen, das auszugleichen, weil sie sich ein bisschen von mir zurückgezogen hat. Man fragt sich dann als Frau vielleicht: Bin ich nicht mehr hübsch und attraktiv? So führte eines zum anderen.

Sie hat immer einen gewissen Besitzanspruch auf mich erhoben – dass nur ich ihr Mann bin, der Dieses und Jenes nur mit ihr machen darf und mit anderen Frauen nicht. Aber als wir zusammengekommen sind, war ich bereits 14 Jahre im Porno-Business. Ich habe zu ihr gesagt, dass sie für mir nicht einfach ein Regelwerk aufstellen kann, was geht und was nicht geht. So wird unsere Beziehung nicht funktionieren.

"Kompromisse sind in einer Beziehung normal"

FOCUS Online: Sind Sie denn in der Hinsicht Kompromisse eingegangen?

Jason Steel: Natürlich habe ich Kompromisse gemacht, das ist in einer Beziehung normal. Aber über diese Kompromisse immer wieder neu zu verhandeln, wurde irgendwann sehr anstrengend und hat sich auch auf die Arbeit ausgewirkt. Ich bin mit einem schlechten Gefühl ans Set gegangen, wenn meine Freundin vorher zynisch gesagt hat: „Na, jetzt hast du gleich wieder Sex mit der. Da freust du dich doch bestimmt schon drauf!“ Das brauche ich nicht – weder als Mann, noch als Darsteller.

Lesen Sie hier Teil 1 des Interviews mit Jason Steel.

Jason Steel heißt mit bürgerlichem Namen anders und wurde 1982 in Berlin-Lichtenberg geboren. Er lernte zuerst Bank- und Versicherungskaufmann, entschloss ich dann aber, lieber Pornos zu drehen. Seit 18 Jahren arbeitet er in der Branche – und ist damit einer von wenigen professionellen männlichen Darstellern, die so lange dabei geblieben sind.

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