Mob stürmt Krankenhaus – 29 Ebola-Infizierte fliehen

Am Samstagabend sind in der liberianischen Hauptstadt Monrovia 17 Ebola-Patienten von einer Quarantänestation geflohen. Zuvor waren wütende Slumbewohner in die Klinik eingedrungen, die gegen Sanktionen der Regierung demonstriert hatten.

In Liberia sind 29 Ebola-Patienten aus einer Quarantänestation der Hauptstadt Monrovia geflohen. Unter den Patienten befänden sich bestätigte und Verdachtsfälle, hieß es in einem Bericht der Zeitung "Front Page Africa" am Sonntag. 

Sie hätten das Krankenhaus in einem Armenviertel in Monrovia am Samstagabend mit Hilfe von aufgebrachten Bürgern verlassen. Diese seien zuvor protestierend in die Klinik eingedrungen.

Strenge Regierungsauflagen lösen Proteste in Slum aus

Das Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, den ganzen Slum unter Quarantäne stellen zu wollen, um zu verhindern, dass die Einwohner von dort in andere Gebiete reisen. "Wir werden Lebensmittel und andere Güter nach West Point bringen, bevor die Maßnahme in Kraft tritt", hieß es. Viele Bürger hätten wütend auf die Ankündigung reagiert und mit Widerstand gegen die Aktion gedroht. dpa Die liberianische Bevölkerung wehrt sich gegen die Quarantäne-Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Ebola-Seuche  

Die Mehrheit der Demonstranten seien Jugendliche gewesen. “Kommt und versucht es, Ihr werdet schon sehen was Ihr davon habt.“, seien laut  "Front Page Africa" Parolen der Aufständischen gewesen.

Die Hilfsorganisation „Samaritan Purse“ berichtet der Zeitung von ähnlichen Protesten, als sie versuchte die medizinische Versorgung auszubauen und weitere Quarantäne- und Versorgungszentren in der Gegend zu errichten.

Vier Toiletten für 75.000 Menschen

Der Slum West Point, in dem sich der Vorfall ereignete, ist dicht besiedelt und liegt ganz in der Nähe des Stadtzentrums von Monrovia. In dem Viertel leben rund 75.000 Menschen. Nun wird befürchtet, dass die geflohenen Patienten weitere Menschen anstecken könnten. 

Laut dem Bericht herrschen katastrophale Hygienebedingungen in dem Armenviertel. Einer Untersuchung der UN zufolge, befänden sich gerade einmal vier öffentliche Toiletten in dem Gebiet. Zwar gäbe es weitere, diese seien aber kostenpflichtig und für die Bevölkerung nicht bezahlbar.

Das westafrikanische Liberia ist eines der am schlimmsten von der Epidemie betroffenen Länder. Über 400 Menschen sind dort nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits an dem Virus gestorben.


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