Kein U40-Insulin mehr: Vorsicht bei der Umstellung

„In Deutschland gibt es noch Insulin in derKonzentration U40“ aber ausschließlich in Durschstechflaschen, heißt es in der AWMF-Leitlinie zumTyp-1-Diabetes von 2018. Deshalb mussten Apotheker und Patienten schon immeraufpassen, dass es zwischen den U40- und U100-Insulinspritzen nicht zuVerwechslungen kommt. Wie die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker(AMK) am Freitag aber informierte, nimmt Sanofi nun alle U40-Insuline vom Markt. Als Alternative stehen U100-Insuline zur Verfügung, beim Wechsel gilt alsobesondere Vorsicht. 

Auch wenn es U40-Insulin ausschließlich inDurchstechflaschen gibt und die meisten Diabetiker Insulin in Pens anwenden, musstenApotheker und Patienten schon immer aufpassen, dass die richtigenInsulinspritzen zum Einsatz kommen. Für Insuman® Rapid, Insuman® Comb und Insuman® Basal 40I.E./ml Durchstechflaschen von Sanofi waren das bislang die roten U40-Insulinspritzen. 
Vergangenen Freitag meldete nun aber dieArzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) deren Vertriebseinstellungund ein „Risiko von Dosierungsfehlern“. Das Unternehmen Sanofi-AventisDeutschland GmbH hatte die AMK zuvor über die Vertriebseinstellung „allerInsuline mit der Konzentration 40 I.E./ml“ informiert – aus wirtschaftlichenGründen, wie es heißt. Das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) soll Sanofidazu angeregt haben, über die Änderung zusätzlich zu informieren.

InsumanComb und Insuman Basal nurnoch im Pen

Es geht also um alle Insuman®-Durchstechflaschen von Sanofimit der Konzentration 40 I.E./ml. Laut dem Firmenschreiben zu Insuman® Rapid 40I.E./ml Durchstechflaschen soll Insuman® „voraussichtlich zum 10.04.2019“ außer Vertrieb gehen.   

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Für Insuman® Comb und Insuman® Basal stehen dann nur noch Fertigpens und 3-ml-Patronen mit der Konzentration 100I.E./ml zur Verfügung. Bei Insuman® Rapid wird es aber weiterhin 10-ml-Durchstechflaschen geben, jedoch auch nur noch mitder Konzentration 100 I.E./ml. 

Höher konzentriertes Insulin – die richtige Spritze

Insulin ist in Deutschland in Insulin-Pen-Patronen, Fertigpens und Durchstechflaschen im Handel. Insulin-Pen-Patronen liegen laut AWMF-Leitlinie zum Typ-1-Diabetes von 2018 ausschließlich in der Konzentration U100 vor. Auch wenn man im Alltag einen Pen verwendet, wird empfohlen, zur Sicherheit den Umgang mit Insulinspritzen zu beherrschen – für den Notfall, wenn der Pen beispielsweise kaputt oder verloren geht.
Von jetzt an brauchen Insuman®-Anwender also nur noch U100-Insulinspritzen, egal ob sie diese als Ersatz für den Pen dabei haben oder Durchstechflaschen anwenden. 

U40-Spritzenentsorgen

Bei einer Umstellung auf höher konzentriertes Insulin wirdein geringeres Volumen für dieselbe Menge Insulin verabreicht. Sollten also fälschlicherweise U40-Insulinspritzen verwendetwerden, sind Dosierungsfehler und lebensbedrohliche Hypoglykämien zubefürchten, liest man in der AMK-Meldung. 

Die AMK bittet deshalb darum, dass Apotheker über das Risiko informieren. Sie sollen Anwender von Insulinen mit der Konzentration 40I.E./ml außerdem dazu anhalten, nach Umstellung auf ein Insulin mit derKonzentration 100 I.E./ml, alle restlichen U40-Insulinspritzen zu entsorgen.

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