DocMorris droht Ordnungsgeld wegen deutscher Absenderadresse

Wer derzeit bei DocMorris bestellt, muss sich wundern: Auf und in dem Paket steht als Absender einPostfach in Aachen. Betreibt das niederländische Unternehmen etwa einenVersandhandel aus Deutschland heraus? Oder will DocMorris nur Porto sparen? Voreinigen Jahren gab es schon einmal ein Gerichtsurteil dazu, in dem einLandgericht die deutsche Absenderadresse monierte. DocMorris ignoriert diesesUrteil offenbar. Der damalige Kläger hat nun einen Ordnungsmittelantrag gegendie Niederländer gestellt. Und auch eine Aufsichtsbehörde will dieAngelegenheit prüfen.

Wer bei DocMorris bestellt, merkt eigentlich gar nicht, dasses sich bei dem Unternehmen um einen niederländischen Versender handelt: Schonauf dem Paketaufkleber steht als Absender als einzige Adresse „DocMorris, 52098Aachen, Deutschland“. Und wenn man das Paket öffnet, ändert sich andiesem Eindruck wenig: Auch auf der Rechnungsankündigung (die richtige Rechnungist nur noch online abrufbar) steht als einziger Absender die Adresse inAachen, auch die „Postadresse“ lautet: „DocMorris – Die Apotheke – 52098 Aachen– Deutschland“. Lediglich am unteren Rand des Schreibens ist neben derBankverbindung kleingedruckt aufgeführt: „Sitz der Gesellschaft (…) Heerlen,Niederlande“.

Das gleiche Bild zeigt sich auf dem Bestellschein, der denDocMorris-Paketen beiliegt. In einem großen, grauen Kasten heißt es am Ende derSeite: „DocMorris, Postfach, 52098 Aachen“. Hier befindet sich allerdings einkleiner Verweis auf den äußeren, seitlichen Rand des Bestellscheins. Dreht man das Papier, siehtman – ebenfalls kleingedruckt – dann die „echte“ Adresse des Unternehmens: „Vertragspartner:DocMorris N.V. (…) Heerlen“, steht dort.

DocMorris: Unsere gesamte externe Kommunikation geht über dieses Postfach

Aus dieser Paket- und Briefgestaltung der Niederländerergeben sich gleich mehrere Fragen: Betreibt der Konzern etwa einenVersandhandel aus Deutschland und müsste sich somit an alle hierzulande für(Versand-)Apotheken geltenden Gesetze halten? Oder ist das nur ein Postfach,mit dem DocMorris Porto sparen möchte? Ein DocMorris-Sprecher erklärte diedeutsche Absenderadresse gegenüber DAZ.online folgendermaßen: „Über dieangegebene Postfachadresse läuft unsere gesamte externe Kommunikation. So istdas Postfach auch auf den Bestellscheinen und Freiumschlägen sowie unserenoffiziellen Briefköpfen angegeben. Auch Retouren gehen an dieses Postfach.“

Aber ist das auch erlaubt? Ist es in Ordnung, wenn Kundenden Eindruck gewinnen, dass sie bei einem Unternehmen aus Deutschlandeinkaufen, wobei die Firma eigentlich (wenige Meter) hinter der Grenze sitzt?Dazu gibt eine Entscheidung des LandgerichtesBerlin aus dem Jahr 2013 Aufschluss. Damals hatte der Verband Sozialer Wettbewerb eineeinstweilige Verfügung gegen DocMorris erwirkt. Mit dieser wurde demVersandhändler schon damals eigentlich untersagt, im geschäftlichen Verkehr Bestellscheinemit der Aachener Anschrift zu verwenden. Im angeführten Beispielformular befandsich bereits seinerzeit seitlich gedruckt der Hinweis „Verantwortlich: DocMorrisN.V., Heerlen, Niederlande“.

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